Maafa.

Die rassistische Legitimierung des Atlantischen Dreieckshandels.

Die Maafa, swahili für Desaster, bezeichnet den transatlantischen Handel mit Menschen als Sklav*innen zwischen dem Ende des 17. Jahrhunderts bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Im deutschen Sprachgebrauch wird die Maafa auch der Atlantische Dreieckshandel genannt, da die Stationen des Handels ein Dreieck ergeben:

Von Europa aus fuhren Schiffe mit Waffen, Stahl- und Bronzebarren, Kleidern und Glasperlen und an die westafrikanische Küste, wo die Güter gegen Sklav*innen eingetauscht wurden.

Graphische Darstellung der Maafa (17.-19. Jhd.)

Graphische Darstellung der Maafa (17.-19. Jhd.)

Danach steuerten die Schiffe die Karibik an, wo nach dem Verkauf der überlebenden Sklav*innen Rohrzucker und Baumwolle erworben wurde.

Dann segelten die Schiffe in ihre Heimathäfen zurück, um die Fracht auf dem europäischen Markt gewinnbringend zu verkaufen. [1]

Ganz selbstverständlich erscheinen Menschen hier als Handelsobjekt, welche besessen und verkauft werden können. Wie mit Besitz üblich, können wir mit diesem machen, was wir wollen. Besitzer*innen konnten vergewaltigen, foltern und ermorden, ohne dafür belangt zu werden. Schließlich kann, so die Rechtssprechung der damaligen Zeit, ein Objekt keinerlei Rechte einklagen.

Aber warum kam es zu diesem Sklav*innenhandel? Eine Antwort ist dabei viel kleiner, als zuerst angenommen. Genauer: Sie ist mikroskopisch klein. Es handelt sich um Krankheitserreger! Wie sich herausstellte, starben viele Menschen in Amerika im Kontakt mit den neuankommenden Europäer*innen. Diese brachten aus Europa Krankheiten mit, die es in Amerika nicht gab. Daher konnte sich das Immunsystem der dort ansässigen Menschen gegen diese Bakterien und Keime kaum wehren.

Anders war dies bei Europäer*innen und Afrikaner*innen, diese standen schon seit Jahrhunderten miteinander im Kontakt, migrierten und betrieben Handel. Bakterien und Viren breiteten sich somit gleichermaßen in Europa und Afrika aus. Die Menschen hatten somit ein ähnlich ausgebildetes Immunsystem, welches sich gegen die dort üblichen Krankheiten zur Wehr setzen konnte. Zudem hatten Afrikaner*in den Vorteil, dass ihr Immunsystem auch tropische Erkrankungen wie Malaria kannten und damit besser umgehen konnten. Während Europäer*innen in Amerika diesen Krankheiten eher erlagen, konnte das Immunsystem also besser mit tropischen sowie „europäischen“ Krankheiten umgehen.

Zusammenfassung

✓ Die Maafa, das große Desaster, bezeichnet den Handel mit Menschen zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert.
✓ Die Handelsroute verlief in Form eines Dreiecks zwischen Europa, Afrika und Amerika.
✓ Die unmenschliche Behandlung der Menschen aus Afrika wurde rassistisch begründet.
✓ Der Maafa lagen, so begründet der Forscher Jared Diamond, klimatische und geographische Gründe zugrunde.

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Weiterführende Literatur:

Deutscher Kolonialismus - Im Aufbruch zum "Platz an der Sonne". Empfehlung
[1] Wikipedia: Atlantischer Dreieckshandel. Ein guter, einführender Artikel!
Jared Diamond (2006): Arm und Reich: Die Schicksale menschlicher Gesellschaften. Ein hervorragendes Buch, welches die klimatischen und geographischen Besonderheiten der verschiedenen Erdteile in der Entwicklung von Gesellschaften betont.