Gruppebezogene Menschenfeindlichkeit.

Vom Hass gegen Minderheiten.

Der Begriff der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit baut auf der Beobachtung auf, dass Rassismus oft mit weiteren, anderen Vorurteilen gepaart wird. Menschen, die sich rassistisch äußern, haben tendentiell auch negative Einstellungen gegenüber homosexuellen Menschen und teilen ein sexistisches Weltbild. Warum verbinden sich hier so viele negative Denkmuster?

Alle diese negativen Einstellungen entspringen, so die Überlegung, dem gleichen psychologischen Mechanismus: Der sogenannten Ideologie der Ungleichwertigkeit. Dieses bedeutet, dass Menschen in Gruppen geordnet werden und dabei unterschiedlich bewertet werden – die anderen sind schlechter, wir sind besser. Alle Kriterien der aktuellen Rassismusdefinition (Differenz, Wertung, Verallgemeinerung) treffen hier zu.

Bemerkenswert ist hierbei, dass der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit eigentlich ihre Zielgruppe egal ist – Hauptsache, wir stehen am Ende oben. Die Unwertigkeit wird dabei gleich mehreren Gruppen unterstellt. Dieses wird daher Heterophobie genannt, - die Angst vor den anderen. Der Kern ist hierbei der psychologische Kniff, sich selbst weiter oben einzuordnen.

Auch hier stellt sich die Frage: Warum konstruieren Menschen ein solch negativ geprägtes Weltbild? Weil es für sie von Vorteil ist. Geht es uns selbst nicht so gut, können wir dieses durch diesen psychologischen Mechanismus zumindest emotional beheben. Nun sind wir wieder wer! Und dazu auch noch besser als die anderen.